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Disruption ist nicht alles – Auf dem Weg zu einem Banken-FinTech-Ökosystem

FinTechs und Banken stehen längst nicht mehr nur im Konkurrenzverhältnis. Es gibt viele FinTechs am deutschen Markt, die weniger auf Disruption sondern vielmehr auf eine symbiotische Beziehung mit Banken setzen. Welches Potential in deutschen FinTechs steckt und wie es um ihre Kooperationsfähigkeit bestellt ist, beleuchteten ausgewählte Referenten im Rahmen der Sitzung des Fachrates der Kreditgenossenschaften im Frankfurter TechQuartier.
Disruption ist nicht alles – Auf dem Weg zu einem Banken-FinTech-Ökosystem

Mitglieder des Fachrates verfolgen interessiert die Ausführungen von Dr. Sebastian Schäfer, dem Leiter des TechQuartiers. (Foto:©Krutsch)

15.03.2017 – Passend zum Fokusthema „FinTech“ fand die Sitzung des Fachrates der Kreditgenossenschaften am 14. März 2017 im TechQuartier unweit der Frankfurter Messe statt. Der Innovation Hub wurde Anfang des Jahres als Kooperation des Landes Hessens, der WIBank und der Goethe Universität Frankfurt gegründet, um die FinTech-Aktivitäten am Finanzplatz Frankfurt zu bündeln und international zu vermarkten. Die DZ BANK Gruppe ist als Platinum-Partner ebenfalls Teil dieses Banken-FinTech-Ökosystems. Nach einem Blick hinter die Kulissen des TechQuartiers gaben ausgewählte FinTechs den Vorständen der Mitgliedsbanken des Genossenschaftsverbands Einblicke in ihre Geschäftsmodelle und erörterten unter anderem die Zukunftsfähigkeit der jeweiligen Bereiche. Dabei waren sich alle einig: Ohne Banken geht es nicht.

„Wir bauen an der Vision, Frankfurt international zu positionieren“, erklärt Dr. Sebastian Schäfer, Geschäftsführer des TechQuartiers. Er betont: Für die nachhaltige Entwicklung des Ökosystems seien Kooperationen zwischen etablierten und innovativen Playern am Markt unbedingt notwendig. So schwer sei das aus seiner Sicht in Deutschland auch nicht. Am Markt beobachte Schäfer einen „Aussteiger“-Trend: In vielen Fällen kommen deutsche Gründer aus etablierten Unternehmen der Branche und verfügen so über umfassende Erfahrung und Netzwerke. Vor allem am Finanzplatz Frankfurt sei das Potential für ein erfolgreiches Miteinander also entsprechend hoch.

Aus der Sicht von Christoph Maichel sind FinTechs eine natürliche Ergänzung zum klassischen Bankengeschäft. Maichel ist Gründungspartner des Frankfurter FinTechs creditshelf, einer digitalen Kreditplattform, die per Auktion kurzfristige Kredite an Mittelständler vermittelt. Antworten auf aktuelle Fragen der Finanzwelt sieht er nicht unbedingt abseits von etablierten Modellen: „Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Angebot deutscher Banken, aber sie sind für bestimmte mittelständische Unternehmen zu teuer.“ Doch Maichel sagt auch ganz realistisch: „Es geht ums Detail. FinTech ist ein Hype und ich warte, wann die Bubble platzt.“

Einen realistischen Blick auf den Markt hat auch Ralf Heim. Heim ist davon überzeugt, dass die meisten Innovationen von Banken kopiert werden können. Die Existenzberechtigung von FinTechs sieht er aber in ihrer Flexibilität und Adaptionsfähigkeit. Mit Fincite hat er deshalb ein FinTech gegründet, das seit dem ersten Tag an auf Kooperationen mit Banken setzt, indem es Software für automatisierte Anlageberatung entwickelt. „Kundennähe ist nicht substituierbar“, ist sich Heim sicher, deshalb können Banken auf lange Sicht nicht durch FinTechs ersetzt, aber positiv ergänzt werden.

„Wir haben eine Vision, die wir nur mit Banken-Hilfe umgesetzt bekommen“, beginnt auch Dr. Christian Pirkner seinen Vortrag. Sein FinTech Bluecode erzeugt individuelle Barcodes, mit denen angemeldete Nutzer mobil bezahlen können - momentan auf Deutschland und Österreich beschränkt, soll daraus langfristig ein gesamteuropäischer Standard im Mobile Banking werden. Dass die Deutschen aus Sicherheitsbedenken vom mobilen Bezahlen Abstand halten, sieht Pirkner allenfalls als Herausforderung, sicher aber nicht als Hindernis. An „mobile“ komme bald niemand mehr vorbei. „Für Banken ist das eine enorme Chance.“

Im Laufe der Veranstaltung verstärkte sich die bereits in der vergangenen Sitzung gewonnene Überzeugung, dass FinTechs und Kreditgenossenschaften an einem gemeinsamen Ökosystem arbeiten müssen - die Voraussetzungen dafür sind günstig.


Ansprechpartnerin:
Lisa Ackermann
Teamleiterin Gremien und Mandate
Telefon: 049 69 6978-3635
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